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6. Dateisysteme / Medium Formatieren

6.1 Das UDF Dateisystem

Das Universal Disk Format (UDF) wurde von der Optical Storage Technology Association (OSTA) entwickelt und spezifiziert. UDF ist ein plattformunabhängiges Dateisystem, das vor allem bei der DVD zum Einsatz kommt und als ISO 13346 bzw. ECMA-1567 bekannt wurde. Unter Linux gab es viele Probleme mit dem UDF Dateisystem. Erst ab Kernel 2.6.22 funktioniert das Dateisystem richtig gut. Das UDF Dateisystem hat folgende Eigenschaften:

UDF Versionen

Im Laufe der Jahre sind folgende Versionen von UDF erschienen:

UDF Tools

Die UDF Tools sind eine kleine Sammlung von Utilities zum Anlegen des UDF-Dateisystems einer DVD-RAM, zum Installieren von Packet Writing und anderen Sachen. ACHTUNG: Der original Quellcode bei Sourceforge ist nicht auf dem aktuellen Stand und muss gepatcht werden. Verwenden Sie daher lieger den aktuellen Quellcode eine bekannten Distribution oder das entsprechende Paket.

Die UDF Tools beinhalten folgende Programme:

DVD-RAM formatieren

Alle DVD-RAM Medien sind ab Werk formatiert. Das Medium sollte man nur dann Formatieren, wenn man die Daten gründlich löschen möchte oder wenn das Medium Probleme bereitet und die Daten neu geschrieben werden sollen. Mit dem Utitity dvd+rw-format kann man eine DVD-RAM vollständig formatieren. Dabei wird auch eine Reserve aus "guten" Sektoren angelegt.

        # dvd+rw-format -force=full -ssa=default /dev/dvdram
Anschliessend muss noch das UDF Dateisystem angelegt werden. Mit dem dvd+rw-format Utility lassen sich auch Blu-ray disc's formatieren.

UDF Dateisystem anlegen

Fast alle DVD-RAM Medien haben ab Werk schon ein UDF Dateisystem nach Version 2.0. bzw. 2.01. Ein neues Medium können Sie also sofort verwenden, falls Sie nicht eine andere UDF Version benötigen. Die Maxell 8-12x DVD-RAM hat kein Dateisystem und kann daher im Auslieferzustand nicht gemountet werden.

Das UDF Dateisystem nach Version 1.50 legt man mit folgendem Befehl an:

        # mkudffs --udfrev=0x0150 --vid=DVD-RAM --lvid=DVD-RAM --media-type=dvdram /dev/dvdram
Bei aktiviertem Packet Writing muss natürlich für das Gerät z.B. /dev/pktcdvd/0 angegeben werden.

Windows verwendet den Logical Volume Identifier (lvid) als Laufwerksbezeichnung. Linux dagegen verwendet den Volume Identifier (vid) als Mediumbezeichnung. Wenn Sie vid nicht angeben wird der Name auf LinuxUDF gesetzt.

Es können folgende UDF Versionen erzeugt werden:

ACHTUNG: Auch durch das Anlegen oder Ändern einer UDF Version werden alle Daten auf der DVD-RAM gelöscht!

Mit Hilfe der UDF Verification Software läst sich die UDF Version eines angelegten Dateisystems ermitteln.

Kompatibilität Linux - Windows

Nicht jede Windows bzw. Linux Version kann jede UDF Version lesen und schreiben. Wenn Sie also zwischen Windows und Linux mit einer DVD-RAM Daten austauschen möchten, müssen Sie unbedingt auf die UDF Version achten. Ein neues DVD-RAM Medium ist ab Werk formatiert und wird fast immer mit UDF Version 2.0 ausgeliefert. Beschreiben Sie dieses Medium mit Linux 2.6, dann können Sie die DVD-RAM z.B. unter Windows 2000 nicht ohne Zusatzsoftware lesen.

Mit zusätzlicher Software kann Windows auch andere UDF Versionen lesen und schreiben. Für eine hohe Kompatibilität sollte man die DVD-RAM mit einem UDF Dateisystem Version 1.50 anlegen.

6.2 EXT2

Eine DVD-RAM kann man auch mit anderen Dateisystemen verwenden, aber die Lebensdauer des Mediums sinkt drastisch. Andere Dateisysteme sind eher für magnetische Speichermedien entwickelt worden und schreiben auf ein und die selbe Stelle sehr oft. Das Medium geht dann an dieser Stelle kaputt, obwohl eventuell andere Stellen noch nie benutzt wurden. Mit UDF kann Ihnen das nicht passieren, da dieses die DVD-RAM gleichmässig ausnutzt.

Wegen den vielen Nachteilen wird daher hier nicht weiter auf andere Dateisysteme für die DVD-RAM eingegangen.


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