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5. Software installieren

5.1 Distribution mit DVD-RAM Installation

DVD-RAM ist ein Nischenprodukt und wird von fast keiner Distribution richtig bzw. perfekt eingerichtet. Sie müssen daher für einen perfekten Einsatz fast immer selbst Hand anlegen, was für GNU/Linux Anfänger sehr schwer ist.

5.2 Linux Kernel 2.6.x

GNU/Linux kann seit Kernel-Version 2.6 das UDF-Dateisystem bis zur Version 2.60 schreiben und lesen. Linux 2.4.x kann UDF (bis Version 1.50) nur lesen. Ausnahmen sind gepatchte 2.4er-Kernel, in die die UDF-Unterstützung des 2.6er-Kernels integriert wurde (backport). Um Probleme auszuschliessen sollten Sie möglichst den Kernel 2.6.22 oder einen neueren Kernel einsetzen. Alle älteren Kernel sind nur eingeschränkt nutzbar (Schreibgeschwindigkeit sehr gering; Dateigrösse auf 1GB beschränkt usw.).

Im Allgemeinen werden DVD-RAM Brenner wie Festplatten angesprochen. Da fast alle Brenner eine ATAPI Schnittstelle haben beschreibe ich hier die Installation eines ATAPI Brenners. Für SCSI bzw. SATA Brenner benötigen Sie entsprechend andere Kernel Module. Folgende Kernel Module werden für ATAPI DVD-RAM Benner benötigt:

        Device Drivers -> Block devices -> Packet writing on CD/DVD media (Optional)
        Device Drivers -> ATA/ATAPI/MFM/RLL support -> IDE/ATA-2 DISK support
        Device Drivers -> ATA/ATAPI/MFM/RLL support -> IDE/ATAPI CDROM support
        File systems -> CD-ROM/DVD Filesystems -> UDF file system support

5.3 Gerätedatei (/dev/dvdram)

Für den richtigen Betrieb den DVD-RAM Laufwerks wird oft die Gerätedatei /dev/dvdram benötigt. Diese Datei ist meistens ein Link auf das entsprechende Gerät. Bei einigen Distributionen ist das ein bei der Installation angelegter Link, bei anderen wird er durch udev während des Bootens angelegt. Bitte prüfen Sie mit dem Befehl ls -l /dev/dvdram ob der Link vorhanden ist. Im Beispiel zeigt /dev/dvdram auf das Gerät /dev/scd0.

        $ ls -l /dev/dvdram
        lrwxrwxrwx 1 root root           4 2007-04-06 14:56 dvdram -> scd0

Link manuell anlegen

Mit folgendem Befehl wird der Link z.B. auf das Gerät /dev/hda angelegt:

        # ln -s /dev/hda /dev/dvdram

Link über udev anlegen lassen

Einige moderne Distributionen wie z.B. Ubuntu verwenden udev um über Regeln die Links während des Bootens anzulegen. Leider fehlt oft die Regel um den Link auf /dev/dvdram anzulegen. Die Regeln werden unter /etc/udev/rules.d/ gespeichert und können sich auch je nach Distribution unterscheiden.

Beispiel für Ubuntu, Kubuntu und Xubuntu: Öffnen Sie die Datei /etc/udev/rules.d/40-permissions.rules und fügen Sie folgende Zeile ein:

        ENV{ID_CDROM_DVD_RAM}=="?*"             GROUP="dvdram"

Öffnen Sie die Datei /etc/udev/rules.d/60-symlinks.rules und fügen Sie folgende zwei Zeilen ein:

        # Create /dev/dvdram* symlinks for DVD-RAM devices
        ENV{ID_CDROM_DVD_RAM}=="?*",            SYMLINK+="dvdram", MODE="0777"

Öffnen Sie die Datei /etc/groups und fügen Sie noch analog der Gruppe cdrom die Gruppe dvdram ein.

5.4 Packet Writing installieren

Packet Writing ist neben TAO (track at once) und DAO (disc at once) eines von drei Verfahren zum Beschreiben einer DVD. Mit Hilfe von Packet Writing kann eine DVD wie eine Festplatte behandelt werden. Wenn Sie Kernel 2.6.22 oder einen neueren einsetzen, dann brauchen Sie keine Installation vom Packet Writing mehr, da es keine deutliche Verbesserung ist???????? welchen Sinn soll dieser Satz haben ??????????. Das Kopieren, Verschieben, Löschen, Umbennenen und Anlegen von Dateien und Verzeichnissen sowie das Mounten erfolgt wie bei einer Festplatte. Das Packet Writing Modul wird zwar für die DVD-RAM Funktion nicht zwingend benötigt, aber ohne dieses Modul ist der DVD-RAM Brenner extrem langsam, wenn man einen Kernel vor Version 2.6.22 verwendet. Das Brennen einer 4,7GB DVD-RAM kann mit altem Kernel ohne Packet Writing schon mal mehr als 6 Stunden dauern! Der Einsatz eines älteren Kernels ohne Packet Writing macht daher kaum Sinn und Spass. Leider installieren viele Distribution wie z.B. SuSE 10.0, 10.1 das Packet Writing für DVD-RAM nicht automatisch. Packet Writing funktioniert erst ab Kernel 2.6.10 richtig. Für das Packet Writing wird das Dateisystem UDF 1.5 oder höher benötigt. Zum Installieren von Packet Writing und zum Formatieren der Medien benötigt man die UDF Tools.

Einige Distributionen wie Debian, Ubuntu usw. benötigen die Datei /etc/default/udftools mit folgendem Inhalt:

        # Drives to register for packet writing:
        DEVICES="/dev/dvdram"
        # In case detection of udev on your system fails, override it here.
        # Possible values are "true" or "false".
        UDEV=true
        # Pktcdvd patches for kernels 2.6.8 and later use a new interface for
        # talking to the kernel, as well as a new set of device nodes. In case
        # detection of the proper interface on your system fails, override
        # it here. Possible values are "true" or "false".
        NEWINT=true
        # Only when using the new interface do you have the option to choose the
        # names for the packet writing devices. This is ignored otherwise.
        # For example, if DEVICES="/dev/hdd /dev/sr0" and
        # NEWINTNAMES="cdwriter dvdwriter", then /dev/hdd will correspond to
        # /dev/pktcdvd/cdwriter, and /dev/sr0 will correspond to
        # /dev/pktcdvd/dvdwriter. The default setting is NEWINTNAMES="0 1 2 3".
        NEWINTNAMES="dvdram"
Überprüfen Sie, ob das Packet Writing Modul vorhanden ist. Die Datei pktcdvd.ko sollte im Verzeichnis /lib/modules/2.6.16.21-0.13-default/kernel/drivers/block/ vorhanden sein. Der Bezeichner 2.6.16.21-0.13-default der Kernelversion kann bei Ihnen anders lauten. Laden Sie nun als Benutzer root das Modul pktcdvd mit folgendem Befehl:
        # modprobe pktcdvd

Mit dem Utility pktsetup stellen Sie die Verknüpfung zwischen dem physikalischen Laufwerk /dev/dvdram und dem Packet Writing Modul her:

        # pktsetup dvdram /dev/dvdram

5.5 DVD-RAM mounten

Es gibt sehr viele verschiedene Möglichkeiten eine DVD-RAM zu mounten. Die Distributionen unterscheiden sich beim Automount und beim Anlegen der Gerätedateien doch stark. Es ist daher sehr schwierig zu sagen, was die beste Lösung ist bzw. welche Lösung Sie anwenden sollten.

Das Mounten einer DVD-RAM funktioniert wie bei einer Festplatte, jedoch mit einer wichtigen zusätzlichen Option. Durch die Tatsache, dass die meisten Dateisysteme die Zugriffszeit auch bei einem Lesezugriff zurückschreiben, wird die DVD-RAM extrem belastet und ihre Lebensdauer stark reduziert. Es gibt deshalb für solche Fälle die mount Option noatime. Durch noatime werden diese unnötigen Schreibzugriffe abgestellt. Für die optimale Schreibgeschwindigkeit ist auch die mount Option async von grosser Bedeutung.

ACHTUNG: Durch das Mounten können die Rechte des Einhängepunkts geändert werden. Die Rechte des Wurzelverzeichnisses des Mediums haben eine höhere Priorität (????? eigentlich findet eine Ueberlagerung statt !!!!!) als die des Einhängepunkts. Das werden Sie merken, wenn Sie mit mkudffs ein UDF Dateisystem anlegen und nach dem Mounten nicht mehr darauf Schreiben können. mkudffs hat leider einen kleinen Bug: egal mit welchem Benutzer Sie das Dateisystem anlegen, nur der Benutzer root hat Schreibrechte. Das Problem kann man beheben, indem man nach (nicht vor!) dem Mounten als Benutzer root die Schreibrechte des Einhängepunkts ändert. Das Problem kann auch mit bestimmten (???? welchen ????) Einträgen in der /etc/fstab usw. nicht behoben werden.

Manuelles Mounten als Benutzer root

Mit folgendem Befehl können Sie auch ohne /etc/fstab bzw. HAL (???? was ist das ????) Eintrag ein Medium als Benutzer root mounten:

        # mount -t udf -o rw,noatime,async,users /dev/pktcdvd/dvdram /media/dvdram # (mit <em>Packet Writing)
        # mount -t udf -o rw,noatime,async,users /dev/dvdram /media/dvdram # (ohne <em>Packet Writing)

Mounten über /etc/fstab

Bitte ergänzen Sie die Datei /etc/fstab um folgende Zeile:

        /dev/pktcdvd/dvdram /media/dvdram udf noatime,noauto,owner,user,rw 0 0
PS: Falls Sie deutsche Umlaute in Datei- oder Verzeichnisnamen verwenden wollen müssen Sie im /etc/fstab Eintrag noch folgende Option ergänzen: iocharset=iso8859-15 (????? wieso nicht UTF-8 oder UTF-16 ?????)
        /dev/pktcdvd/dvdram /media/dvdram udf noatime,noauto,owner,user,rw,iocharset=iso8859-15 0 0

Einhängepunkte überprüfen

Mit dem Befehl cat /proc/mounts kann man die Mounts überprüfen:

        $ cat /proc/mounts
        rootfs / rootfs rw 0 0
        initramfsdevs /dev tmpfs rw 0 0
        /dev/sda2 / xfs rw 0 0
        eventfs /lib/klibc/events tmpfs rw 0 0
        proc /proc proc rw,nodiratime 0 0
        sysfs /sys sysfs rw 0 0
        devpts /dev/pts devpts rw 0 0
        tmpfs /dev/shm tmpfs rw 0 0
        usbfs /proc/bus/usb usbfs rw 0 0
        /dev/dvdram /media/dvdram udf rw,noatime,nosuid,nodev,noexec 0 0
Bitte achten Sie bei den Einhängepunkten auf die richtigen Schreibrechte der Verzeichnisse, sonst können Sie als normaler Benutzer nicht auf die DVD-RAM schreiben!

Geschindigkeit testen

Mit folgendem Befehl können Sie die Geschwindigkeit von Laufwerk und Medium testen:

        # time -p dd if=/dev/dvdram of=/dev/null bs=1k count=150000 (?????? wieso gerade bs=1k ?????? DVD-RAM haben 32k physikalische und 2k logische Blockgroesse !!!!)
Die Werte sind war nicht sehr aussagekräftig, aber man kann damit verschiedene Einstellung (?????? welche ??????) testen.


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